Mittwoch, 25. Mai 2016

Was sind die Ergebnisse des World Humanitarian Summits für junge Menschen?


Der erste Humanitäre Weltgipfel ging gestern mit einer großen Zeremonie in Istanbul zu Ende. Aber was sind die Ergebnisse dieser großen Veranstaltung mit tausenden von Teilnehmern, hunderten von Sitzungen und großen Ambitionen?

Die Zusammenfassung des Vorsitz (auf English Chair’s Summary) gibt einen groben Überblick über die Resultate der Diskussionen: die TeilnehmerInnen konntensicherten offiziell Unterstützung für die vorbereiteten Elemente, hauptsächlich offene Ideen zur Verbesserung der Humanitären Hilfe, zusichern. Nicht viele Unterpunkte der fünf Kernbereiche geben konkrete Projekte oder Programme vor, es wird den humanitären Akteuren oft selbst überlassen, auf welche Art und Weise sie betroffene Bevölkerungen und Krisenhelfer besser unterstützen.

Allerdings gibt es einige Punkte, wo Akteure verschiedener Art zusammen kommen um ein neues Programm oder konkrete Vorschläge und Ideen zu fördern. Dies ist der Fall im Jugendbereich, wie zwei volle Punkte in der WHS Zusammenfassung zeigen. Um die Weiterführung von Bildung während Krisen und Katastrophen zu gewähren wurde ein Bildungsfonds für Katastrophenfälle eröffnet, mit einer ersten Zusage von 90.000 $  als Spenden gesammelt von der Organisation Education Cannot Wait. Außerdem hat die Global Business Coalition for Education die Absicht angekündigt, weitere 100.000.000 $ für diesen Fonds als  Finanz- und Sachleistungen zu mobilisieren.

In Istanbul wurde auch der Compact for Young People in Humanitarian Action offiziell gestartet (auf Deutsch, der Jugendpakt für Junge Menschen in der Humanitären Hilfe). Nach der Sondersitzung für Jugend haben zahlreiche Organisationen den Jugendpakt unterschrieben. Unter ihnen prominente große Institutionen wie der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, der Sondergesandter für Jugend des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ahmad Alhendawi, die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, die Hauptgruppe für Kinder und Jugend der Vereinten Nationen, UN Frauen, UKAID, und viele Weitere. Der Pakt hat ebenfalls Unterstützung von der deutschen Regierung und der ASEAN Regierung gefunden. Außerdem sind natürlich viele NGOs mit dabei, so wie zum Beispiel Plan International, Restless Development, War Child und arche noVa natürlich.
Ein Fotoalbum mit den Unterzeichnungen des Pakts ist auf der Facebook Seite für das WHS Jugendengagement verfügbar.

Mit der Begleitveranstaltung “Youth at the Heart of Humanitarian Action” wollten die Organisatoren, unter ihnen arche noVa, konkrete Aktionen diskutieren, um den Jugendpakt umzusetzen. Mit wenig Zeit sind tiefe Diskussionen nicht immer einfach, aber die Veranstaltung hat trotz allem interessante Punkte hervor gebracht: Viele TeilnehmerInnen kritisierten, dass, junge Menschen in Krisensituationen immer noch als Minderheit oder Sondergruppe gelten, obwohl sie in krisenbetroffenen Ländern die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Außerdem wurde klar, dass junge Menschen immer noch nicht genug in die Entscheidungsprozesse in der Humanitären Hilfe einbezogen sind. Als konkrete Aktionen um den Jugendpakt umzusetzen, stand unter anderem die Idee von Universitätskursen und Bildungsangeboten für Geflüchtete und einem jugendgeführten Entwicklungsfonds zur Debatte.

Es ist schwierig vorauszusagen wie viel Auswirkung der Jugendpakt schlussendlich haben wird, denn die Hauptzahl der Unterzeichner ist bereits sehr aktiv im Jugendbereich und fördert viele Projekte für junge Menschen in der Humanitären Hilfe. Die jungen Akteure hoffen nun, dass andere Regierungen und Organisationen sich dem Jugendpakt anschließen und neue Projekte und Reformen unterstützen. 

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