Samstag, 21. Mai 2016

Was fehlt für junge Menschen im World Humanitarian Summit?

Schon lange vor dem offiziellen Ausstieg von Médecins sans Frontières (MSF) war ersichtlich, dass die Entwicklung des World Humanitarian Summit (WHS) nicht problemlos verlaufen wird. Während der drei Jahre andauernden Vorbereitungszeit gab es oft Kritik an der Organisation der Veranstaltungen. Außerdem wurde kritisiert, dass Berichte ausschließlich vom WHS Sekretariat geschrieben wurden und nicht immer die tatsächlichen Inhalte der Diskussionen widergaben. Auch die Teilhabe junger Menschen war nicht immer gegeben. Es gibt  Verbesserungsmöglichkeiten sowohl für die Art und Weise in welcher UN Organe die Jugend einbeziehen, als auch für die Selbstorganisation der teilnehmenden Jugendnetzwerke.



Die Notwendigkeit Bevölkerungen der Länder des Globalen Südens besser einzubeziehen ist ein wichtiger Punkt. Die Unterstützung des Globalen Südens ist im WHS Prozess vor allem finanzieller Natur, da Mitglieder der Zivilgesellschaft und betroffenen Gemeinschaften nur gefördert werden, wenn sie aus dem Globalen Süden stammen. Allerdings sieht es inhaltlich anders aus: mit dem üblichen Zeitdruck und Teams ohne ausreichende Arbeitskraft ist es wesentlich schwieriger für teilnehmende Personen ohne kontinuierlichen und stabilen Internetzugang und mit Sprachherausforderungen ihre Stimmer und Ideen Gehör zu verschaffen. Dies gilt auch für die jungen Menschen, die alle sehr engagiert und ambitioniert sind. Dennoch gibt es unter den selbstgewählten Führungskräften fast nur junge Erwachsene aus den reichsten Ländern der Welt.

Für eine wirklich gute Einbeziehung verschiedener betroffener Gruppen und der Zivilgesellschaft besteht dringender Bedarf nach offenem Engagement, ohne ununterbrochenen komplizierten Fachjargon und kaum einhaltbare Fristen. Die Teilnahme von betroffenen Gruppen passiert nicht automatisch, sondern Organisationen müssen sich bemühen eine Vielfalt von Menschen aus verschiedenen Gemeinschaften und Initiativen zu ermutigen, anstelle immer die gleichen Personen einzubringen.

Wie bei so vielen UN Projekten haben junge Menschen im WHS Prozess auch die fehlende direkte Verbindung zwischen “high policy”, strategischer Arbeit und dem praktischen Einsatz kritisiert. Der Schwierigkeit dessen sind sie sich beim Schreiben des Youth Compacts selbst bewusst geworden, der im Inhalt ebenfalls generell und vage bleibt, ohne konkrete Beispiele oder Vorschläge  für den praktischen Einsatz zu nennen.

Ein weiterer Kritikpunkt, den die teilnehmenden jungen Erwachsenen geäußert haben, ist die Notwendigkeit die gesammelten Informationen, für die Schlussberichte und den  Bericht “Agenda für Humanität” des UN Generalsekretärs, aber auch für den Inhalt des Gipfels selbst, besser zu nutzen. In der Vorbereitungszeit haben Experten viel geschrieben und analysiert, aber sehr wenige der Empfehlungen stehen nun auf dem Programm. Trotz Forderungen, dass Konflikte langfristige Lösungen durch politisches Engagement brauchen, werden sich  Regierungen während des WHS nicht mit diesen Themen auseinander setzen.

Letztlich hinterfragen die jungen Stimmen auch in wie weit die Kosten des Gipfels vertretbar sind. Für die drei Jahre Vorbereitung und den WHS selbst werden Millionen ausgegeben. Sind diese Kosten eine nachhaltige Investition oder lohnen sie sich nicht wirklich? Die Antwort auf diese Frage wird man wohl erst in den Tagen und Wochen nach dem Gipfel sehen, wenn es Zeit ist die großen Worte und Selbstverpflichtungen in Taten umzusetzen. Auch die teilnehmende Jugend trägt selbst die Verantwortung ihre Vorschläge und Versprechen in konkrete Projekte umzuwandeln.

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