Donnerstag, 19. Mai 2016

Was erhoffen sich junge Menschen vom World Humanitarian Summit? Der Youth Compact als weiterer Schritt in die richtige Richtung

Der World Humanitarian Summit (kurz WHS) ist endlich nah, lang erwartet und lang vorbereitet. Die Vorbereitungsphase für diesen humanitären Weltgipfel begann schon vor drei Jahren, mit vielen Veranstaltungen und Treffen auf der ganzen Welt. Insbesondere junge Menschen haben lange auf diesen Moment gewartet. Durch ihre aktive Teilnahme hat eine offizielle und wichtige Diskussion zum Thema Jugend in der Humanitären Hilfe begonnen.


Während der Vorbereitungsphase wurden viele Ideen und Projekte für den WHS selbst und als folgende Implementation vorgeschlagen, von einer “Youth Alliance for Humanitarian Action” (zu Deutsch, Jugendallianz für Humanitäre Hilfe) in der junge Menschen, Regierungen und Organisationen am gleichen Tisch sitzen, bis hin zu einem “Youth Humanitarian Fund”, bei dem junge Menschen selbst Spenden sammeln um von Jugendlichen gegründete Projekte zu unterstützen. Wie es mit den Prozessen der Vereinten Nationen oft so ist fehlte dann aber der politische Wille und die guten Ideen und Diskussionen blieben soweit ohne offizielle Unterstützung.

Was jetzt während des Weltgipfels gestartet wird ist ein weiterer Schritt in diese Richtung: der “Youth Compact” ist ein Text, der von mehreren internationalen Organisationen gemeinsam verfasst wurde, um bessere Unterstützung von jungen Menschen in Krisensituationen zu fordern. Der Text beinhaltet 5 Aktionspunkte:

  • Die Förderung von alters- und geschlechtergerechten Programmen, welche zur Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung von jungen Frauen, jungen Männern, Mädchen und Jungen in Krisensituationen beitragen
  • Die systematische Einbeziehung von und Partnerschaft mit Jugendlichen in allen Phasen der humanitären Hilfe durch den Austausch von Informationen und die Beteiligung an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen, einschließlich der Mittelzuweisungen
  •  Das Erkennen und die Unterstützung der Kapazität und Fähigkeiten junger Menschen als effektive Akteure in allen Bereichen der humanitären Hilfe. Desweiteren die Unterstützung lokaler jugendgeführter Organisationen und Initiativen, die beispielsweise mit krisenbetroffenen oder geflüchteten Jugendlichen arbeiten.
  • Die Erhöhung von Mitteln, um den Bedürfnissen von krisenbetroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerecht zu werden, Ermittlung von Möglichkeiten, um die an junge Menschen zugewiesenen Ressourcen genauer verfolgen und über sie berichten zu können
  • Das Sammeln und Nutzen von alters- und geschlechtsspezifischer Daten in Bezug auf Jugendliche in Krisensituationen
Die Hoffnung der Autoren und Unterzeichner dieses Textes ist, dass Staaten, UN Institutionen, Zivilgesellschaft, Privatsektor, Medien, lokale Autoritäten und jugendgeführte Organisationen den Inhalt offiziell unterstützen. Natürlich geht die Hoffnung über die bloße Unterzeichnung hinaus: der Unterstützung sollen Taten folgen.

Die Inhalte des Youth Compacts sind bewusst offen und weit gehalten, mit dem Ziel Regierungen nicht mit den Verpflichtungen abzuschrecken, denn der Text sowie alle anderen Ergebnisse des WHS beruhen auf Basis der Selbstverpflichtung.

Die konkreten Hoffnungen und Ideen junger Menschen für eine bessere Unterstützung sind in den Vorbereitungsmaterialien (der Doha Deklaration und den Ergebnissen der von arche noVa organisierten Youth in Humanitarian Action Konferenz) deutlich sichtbar: es geht nicht um mehr Praktika oder Jugendberater Kommissionen, sondern das Interesse liegt im praktischen Einsatz. Junge Leute wollen besser aktiv helfen, mehr finanzielle aber auch inhaltliche Unterstützung für ihre eigenen Initiativen erhalten und sich direkt mit den etablierten Organisationen und Regierungsbüros im Einsatz vernetzen.

Um die konkreten Vorschläge und Ideen auch in den Diskussionen während des WHS einzubringen, organisiert arche noVa mit einer kleinen Runde von anderen engagierten NGOs ein Side Event, zum Thema Jugend im Herzen der Humanitären Arbeit, wo Erfahrungen von jungen Menschen und Experten ausgetauscht werden und Pläne für die Umsetzung des Youth Compacts diskutiert werden.

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