Donnerstag, 19. Mai 2016

Der Weg zum World Humanitarian Summit

Die Hälfte der 1,4 Milliarden Menschen, welche in von Krisen und Instabilität betroffenen Ländern leben sind jünger als 20 Jahre. Junge Menschen gelten in Krisen oft als “gefährdete Gruppe” mit besonderen Bedürfnissen, aber sie sind gleichzeitig auch aktiv in der lokalen Krisenhilfe, oft spontan und ohne gezielte Unterstützung. Eine große Zahl junger Menschen setzt sich auch ehrenamtlich in der humanitären Hilfe ein.

Dieses wachsende Engagement spiegelt sich auch im WHS Prozess wider, wo junge Menschen eine sehr aktive Rolle in den Vorbereitungsdiskussionen und Konsultationen gespielt haben.
Durch verschiedene Organisationen und Plattformen wurden junge Delegierte zu mehreren regionalen Konsultationen eingeladen, auch als Mitwirkende in regionalen Führungsgruppen. Die Möglichkeit von öffentlichen Eingaben wurde aktiv genutzt, über 60 Konsultationen wurden auf der ganzen Welt organisiert und die Berichte direkt im WHS Sekretariat eingereicht.




Anfang September 2015 fand eine globale Jugendkonsultation mit 350 Jugenddelegierten in Doha, Qatar, statt. Die Veranstaltung wurde von jungen Ehrenamtlichen mehrerer Organisationen, mit Unterstützung des WHS Sekretariats und der Gastgeber Organisation Reach Out to Asia, geplant. Das Ergebnis dieser globalen Jugendkonsultation ist die Doha Deklaration, die vielseitige Vorschläge für Reformen und neue Projekte beinhaltet. Während der offiziellen globalen Konsultation für den WHS in Genf im Herbst 2015 beteiligte sich ebenfalls eine Delegation Jugendlicher aus aller Welt. Sehr engagiert konnte die Gruppe mehrere Sitzungen organisieren und in großen Diskussionsrunden als Redner mitwirken. 

Vom 31. März bis 2. April 2016 nahmen 85 junge Menschen aus ganz Europa am Jugendkongress “Youth in Humanitarian Action” in Berlin teil. Die Veranstaltung wurde von arche noVa mit Unterstützung der Johanniter Unfallhilfe e.V. und des deutschen Auswärtigen Amts organisiert. Der Kongress bot einen besonderen Rahmen für die Weiterbildung und Vernetzung junger Menschen in der Humanitären Hilfe in Europa, sowie den Austausch mit erfahrenen AkteurInnen. Das Ergebnis der Diskussionen beinhaltet eine Liste mit verschiedenen Beispielprojekten und Ideen für Programme, welche junge AkteurInnen selbst organisieren können und die von Organisationen und Regierungen effizient unterstützen werden können.

Im Bericht “Agenda for Humanity” des UN General-Sekretärs für den WHS hat die Rolle von jungen Menschen in Humanitärer Hilfe besonders unter der dritten ‘Kernverantwortung’ “Leaving No One Behind” (zu Deutsch, Niemanden zurücklassen) und darin insbesonders in Punkt 3.F “Enabling adolescents and youth to be agents of positive transformation” ein Echo gefunden (zu Deutsch, Jugendliche und junge Menschen ermächtigen, Agenten positiver Veränderung zu sein).

Während des Gipfels in Istanbul wird eine offizielle Sondersitzung dem Thema Jugend in Humanitärer Hilfe gewidmet, hinzu kommen mehrere Begleitveranstaltungen zum gleichen Thema, organisiert von NGOs und verschiedenen Büros der UN. Eine dieser Begleiteranstaltungen mit dem Titel “Young People at the Heart of Humanitarian Action” wird auch von arche noVa mitorganisiert.

Die Sondersitzung “Transforming Humanitarian Action with and for Young People” (zu Deutsch, Humanitäre Aktivitäten mit und für junge Menschen verändern) konzentriert sich auf Vorschläge für Maßnahmen um krisenbetroffene junge Menschen besser zu erreichen, sowie auf Ideen, um das Potential junger Menschen in der Humanitären Hilfe zu erkennen und aktiv zu nutzen. Außerdem soll auch über den WHS hinaus die Verantwortung von Regierungen und Organisationen für ihr Engagement im Jugendbereich besprochen werden. Das begleitende Dokument für die Sitzung ist der Youth Compact, der fünf Aktionen aufführt, für dich sich Organisationen, Medien, Privatsektor, Zivilgesellschaft und Regierung verpflichten können, um junge Menschen in Krisen besser zu unterstützen.

Da die am WHS teilnehmenden Akteure nur selbst-verpflichtet sind, ist es schwierig vorauszusagen wie viele der Vorschläge von Regierungen, Organisationen und Privatsektor tatsächlich ausgeführt werden. Die weitere Entwicklung von Jugendarbeit in Humanitärer Hilfe hängt von konkreten Initiativen ab, von Seiten der unterstützenden Entitäten aber auch von jungen Menschen selbst. Aber die weite und vielseitige Diskussion von Ideen ist ein Schritt in die richtige Richtung zur Veränderung des Bildes junger Menschen in der Humanitären Hilfe: weg von reinen HilfsempfängerInnen hin zu aktiven und anerkannten AkteurInnen.

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